Äpfel, Pflaumen, Walnüsse - Erntezeit im Dorf

Aug 25, 2018 -- Posted by : Andreas

Der Regen ist abgezogen, die Sonne hat ihre Arbeit getan, und alle investierte Kraft zahlt sich nun aus. Während die Luft sich langsam ändert und die Tage kürzer werden, ernten die Menschen im Dorf die Früchte ihrer oft sehr harten Arbeit im Frühling und Sommer.

Obwohl wir - noch - keine eigenen Felder bestellen, hatten wir doch keinen Arbeitsmangel in den vergangenen Monaten, und dürfen uns jetzt auch an den Ergebnissen erfreuen. Neben der Freude endlich Gäste bei uns begrüßen zu dürfen, erfreuen wir uns derzeit auch ganz besonders an den langsam und in unglaublichen Mengen heranreifenden Äpfeln und Pflaumen.

Aus letzteren habe ich bereits vor drei Wochen eine Maische angesetzt, die ich nach einer erfolgreichen Gärung nun in Flaschen füllen werde. Über den Winter lasse ich den bereits jetzt sehr schmackhaften Pflaumenwein noch etwas weitergären, um ihn dann im kommenden Frühling, neben meinem ebenfalls weitergärendem Fliederblütenwein, unseren Besuchern aufzutischen.

Etwas früher habe ich den in Rumänien sehr beliebten Sauerkirsch-Schnaps "Visinata" angesetzt - und mit unseren Besuchern und Gästen bereits fast vollständig aufgebraucht. Da muss im kommenden Frühling Nachschub produziert werden! Als letztes alkoholisches Projekt steht im September dann noch das Brennen des traditionellen "Zuika" Schnapses an, dazu aber dann später mehr.

Ebenfalls einen massiven Überschuss weisen in diesem Mastjahr die Apfelbäume auf. Um ein Brechen der überladenen Äste zu verhindern, haben wir deswegen bereits frühzeitig einige Eimer der bereits süßen Früchte abgeschüttelt, und zu Apfelkuchen und Apfelmuß verarbeitet. Was dann noch übrig blieb, war dennoch zu viel um es so zu vertilgen. Die Lösung:

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Sonnentrocknung im Garten: die dünn geschnittenen Apfelschnitze werden wie Perlen auf eine Kette gefädelt, um dann hoffentlich in der Hitze der Sonne schön durchzutrocknen

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Auch die Walnussbäume auf unserem Land biegen sich unter der Masse der noch grünen Nüsse an ihren Zweigen, und so habe ich bereits im Juli abhilfe geschaffen.

200 der noch unreifen Früchte mussten zunächst gepflückt und den Hügel hinabgeschafft werden, danach stand die dreckige und monotonste Arbeit im Verarbeitungsprozess an: Wegen des Giftes in der Schale, musste jede einzelne Nuss von Hand geschält werden. Wegen des entahltenen Tannins musste ich dies mit Handschuhen erledigen - und bekam trotzdem schwarze Finger.

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Sirup kochen! Mit dabei: 200 geschälte, unreife Walnüsse. Der Duft ist himmlisch :)

Wozu dieser ganze Stress? Schwarze Walnüsse waren das Ziel, und nach einem Bad in Zitronensäurewasser ging es dann im wahrsten Sinne des Wortes ans eingemachte. Nach dem Aufkochen in einer Zuckerlösung wurde der gewürzte Zuckersirup in Gläser eingefüllt und muss nun einige Monate ziehen. Spätestens zu Weihnachten muss das erste Glas dran glauben.

Mein Rezept für Schwarze Walnüsse:

  • 200 grüne, unreife Walnüsse
  • ein Topf voll Wasser
  • Zitronensäure fürs Wasserbad, um die Nüsse aufzuhellen
  • 2kg Zucker für den Sirup
  • etwas Zimt und Kardamon

Das Ergebnis sah dann so aus:

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Im nächsten Sommer werden die geglückten Projekte wiederholt, die fehlgeschlagenen verbessert, und neue ausprobiert. Die Früchte, die uns die Natur hier dermaßen im Übermaß liefert, sollte man nicht ungenutzt lassen :D

Im nächsten Blog erfahrt ihr dann etwas zu unseren bisher längsten Besuchern, die derzeit ihren Aufenthalt hier genießen und was wir so alles mit ihnen unternommen haben. Bis bald!

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